Kleinbürger, Spießer und Gartenzwerge

Die Deutschen sind ein Volk von Gartenfreunden. Egal, ob es sich um den eigenen Garten am Eigenheim handelt, den Schrebergarten oder eine für diesen Zweck genutzte öffentliche Freifläche. Überall strebt der Mensch danach, neben seiner Behausung ein wenig Grün pflegen zu dürfen.

Das typische Bild für Kleinbürger und Spießer sind die eigenen Gartenzwerge. Wobei diese Begriffe leider negativ belegt sind. Natürlich, die meisten Menschen in Deutschland sind Kleinbürger. Sie sind Bürger, gehören aber nicht zu den großen.

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Was ist daran problematisch? Es ist die Haltung, die man diesen Menschen nachsagt. Die Philosophie der Kleinbürger ist: klein aber meins. Dabei bezieht sich das “meins“ auf selbst geschaffene materielle und ideelle Werte. Und eben auch auf das kleine Paradies, den selbst genutzten und selbst geschaffenen Garten. Hier möchte der Gartenbesitzer ausspannen, mit Familie und Freunden zusammen sein.

Er möchte in der Erde buddeln, Rasenmähen, Zäune aufbauen und die Hütte pflegen. Halt, in seinem Eigentum produktiv und schöpferisch tätig werden. Das ist der Kern dessen, was viele Kleinbürger glücklich macht.

 

Spießer allenthalben

Menschen mit einem kleinen eigenen Garten werden oftmals als Spießer verunglimpft. Dabei sind Spießer im Mittelalter jene Bürger gewesen, die in der beginnenden Selbstständigkeit einer aufstrebenden Stadt diese gegen Plünderungen und fremde Mächte verteidigt haben.

Die, die mit dem Spieß umzugehen wussten. In diesem Sinne sind Gärtner sicherlich gerne Spießer. Denn sie möchten ihr Reich verteidigen. Verteidigen gegen äußere Gefahren, gegen Wetterunbilden, gegen Pflanzenkrankheiten. Denn der Garten ist ihr Reich, ihr Metier, ihr Erholungsort.

 

Die Gartenzwerge

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Richtig, eine Armee von Gartenzwergen hilft den Spießern dabei, das Grün wohnlich zu machen. Jedenfalls in ihren Augen. Es liegt in der Natur der Sache, dass dieses nicht allen Menschen gefällt. Muss auch gar nicht. Es genügt, wenn es dem Gartenbesitzer gefällt. Über Geschmack lässt sich nicht streiten, jeder hat ihn, jeder lebt ihn. Sicherlich wird ein moderner Garten heutzutage ohne Gartenzwerge auskommen können.

Stattdessen sind es vielleicht der Keramikbrunnen im Garten, der gemauerte Grill, die überdachte Terrasse, die den Aufenthalt im Grünen verschönern sollen. Der Trend weg vom Nutzgarten zum Erholungsgarten ist unübersehbar, selbst für Gärten, die dem Kleingartengesetz unterworfen sind.

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